Besser lernen und schlauer in der Schule dank Künstlicher Intelligenz?

Er bewegt sich auf Rollen, ist knapp anderthalb Meter groß und sieht sehr niedlich aus. Durch seine großen Augen wirkt er vertrauenserweckend und ist auch ausgesprochen hilfsbereit. Er hat Sensoren am Kopf und an den Fingern, kann hören, sehen, sprechen und sogar Stimmlagen und Emotionen erkennen.

Genau: die Rede ist von dem Roboter namens “Pepper“. Vom 4. bis 6. Februar war er zu Gast im Deutschen Museum Bonn. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Siegen und der Fachhochschule Kiel reisen für ihre Forschung mit ihm durch Deutschland, um zu erfahren, wie solche Roboter bei den Menschen ankommen und wo sie künftig eingesetzt werden sollten.

Doch wer bestimmt eigentlich, wo und vor allem wie Roboter eingesetzt werden? Immerhin durchdringt Künstliche Intelligenz (abgekürzt KI) immer mehr Lebensbereiche in unserer Gesellschaft. “Die Bundesregierung und die Europäische Union haben inzwischen Leitlinien entwickelt und somit wichtige Anforderungen an den Einsatz von KI in der Gesellschaft festgelegt“, betont Dr. Rainer Wieching von der Universität Siegen. Hierzu zählen unter anderem menschliche Handlungsmacht und Kontrolle, technische Stabilität und Sicherheit sowie Privatsphäre und Kontrolle über Daten. Wieching möchte mit seinem Kollegen Prof. Dr. Jens Lüssem von der Fachhochschule Kiel und Studierenden allerdings herausfinden, was die Anforderungen an eine vertrauenswürdige KI sind. Daraus entstand im “Wissenschaftsjahr 2019 zur Künstlichen Intelligenz“ ein besonderes Schulprogramm für die Mittelstufe, das jetzt auch im Deutschen Museum Bonn mit Lernenden aus Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis durchgeführt wurde.

Die Workshops beleuchteten jeweils die offiziellen KI-Leitlinien anhand von Praxisbeispielen aus der Robotik und stellten die damit verbundenen Anforderungen und Methoden für ein jugendliches Publikum interessant und verständlich dar. Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler aus Bonns Fünfter, Integrierter Gesamtschule Beuel, Gesamtschule Oberpleis und dem Nicolaus-Cusanus-Gymnasium lernten nicht nur “Pepper“ und seine Programmierung kennen, sondern setzten sich beispielsweise auch mit der Frage kritisch auseinander, ob KI uns sogar einmal das Lernen abnehmen können. Schließlich verlagern wir schon jetzt vieles aus unserem Gedächtnis auf ‘externe Festplatten‘. “In solchen kleinen Geschichten aus der – zukünftigen – Lebenswelt erfahren die Lernenden, wie relevant das Thema ‘KI und Ethik‘ auch für sie schon ist“, meint Projektpartner Jens Lüssem. “Die Geschichten regen zum Nachdenken, Nachfühlen sowie zum Weitererzählen an und geben dabei einen Ausblick auf die nähere Zukunft.“

Für Museumsleiterin Dr. Andrea Niehaus ist wichtig, dass sich die Bonner Zweigstelle des Deutschen Museums nach der Eröffnung des 1. Bonner ‘Open Roberta Coding Hub‘ letzten November auch Anfang 2020 als Forum der Information und des Austausches zu aktuellen, technologischen Entwicklungen profiliert: ”Die Digitalisierung bietet zweifellos große Chancen, stellt uns als Gesellschaft aber auch vor erhebliche Herausforderungen. Diesen wichtigen Prozess wollen wir aktiv und differenziert mitgestalten und das Deutsche Museum Bonn zu einem zentralen Vermittlungsort zur digitalen Transformation entwickeln.“

Pressemitteilung des Deutschen Museums Bonn

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